Mehr Wissen zu den Glaubenskieseln
Auferstehung – das ist so eine Sache. Für gläubige Christen eine unhinterfragbare Wahrheit und zentraler Glaubenskern ist es nicht nur für uns heute, sondern auch für die Jünger Jesu damals eine Herausforderung. Auferstehung von den Toten, etwas Einmaliges. Doch die meisten Jünger sehen den Auferstandenen, so können sie im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, dass er von den Toten auferstanden ist. Als Jesus den Jüngern begegnet ist Thomas nicht dabei, er erfährt von der Auferstehung zuerst nur über die Berichte der anderen Jünger. Er kann das nicht glauben, er muss die Erfahrung, die die anderen gemacht haben, selbst auch haben. Dabei ist er ja nicht der einzige, der an der Auferstehung zweifelt. Als die Jünger von den Frauen von der Auferstehung hören, glaubten sie ihnen auch nicht.
Sie alle brauchen die Begegnung mit dem Auferstandenen, um glauben zu können. Und Jesus nimmt dieses Bedürfnis ernst und eine Woche später erscheint er den Jüngern erneut und fordert Thomas auf, seine Wunden zu berühren. Jetzt kann Thomas das tun, was er vorher wollte, aber eben nicht konnte: er kann glauben. Jesus weiß um seine Zweifel und die der anderen Jünger, er kennt ihr inneres Ringen und verurteilt sie dafür nicht.
Und so dürfen auch wir zweifeln, ohne uns dafür schämen zu müssen und in diesem Zweifel immer wieder neu Jesus begegnen, der uns entgegentritt.
Text: Florian Heinritzi
Mit dem Tier Siebenschläfer hat der Siebenschläfertag, der am 27. Juni begangen wird, eigentlich nichts zu tun. Dieses Tier kam zu seinem Namen, weil es angeblich einen siebenmonatigen Winterschlaf hält. Dies stimmt jedoch auch nicht, denn der Winterschlaf dieses Nagers dauert in der Regel von Anfang September bis Anfang Mai und so also ca. neun Monate.
Der Tag geht zurück auf eine Legende, die aus der Frühzeit des Christentums stammt, ihre Wurzeln eventuell aber sogar in noch früherer Zeit hat.
Im Jahr 251 flohen in der Verfolgung des Kaisers Decius (ca. 190-251) sieben Christen aus Ephesos in eine Höhle als der Kaiser nach Ephesos kam, um dort an heidnischen Kulten teilzunehmen und auch die Christenverfolgung zu überwachen. Während viele andere umkommen, gelingt es sieben Männern in die Berge zu fliehen und sich in einer Höhle zu verstecken. Während die sieben in der Höhle einschlafen, lässt Decius nach ihnen suchen und schließlich die Höhle verschließen, damit sie dort lebendig begraben werden.
Zwei christliche Diener des Kaisers schreiben das Geschehene auf Tafeln auf und deponieren sie an der Höhle.
In der Zeit des Kaisers Theodosius II. (401-450), also 200 Jahre später, will jemand dort einen Schafstall bauen und öffnet die Höhle, worauf die Männer erwachen. Sie schicken den Jüngsten in die Stadt um Essen zu holen, in der Annahme, dass sie erst gestern eingeschlafen seien. Als der Mann mit einer Münze des Kaisers Decius bezahlen will, sagt man ihm, dass dieser schon lange tot sei und er wird zum Bischof geführt, der ihn zur Höhle begleitet, dort entdeckt man die Tafeln mit der Geschichte. Das Volk berichtet Kaiser Theodosius, der selbst zur Höhle kommt. Ihm bezeugen sie ihre Auferweckung, um dann zu sterben.
Theodosius lässt an dem Ort eine Kirche errichten. Die verschiedenen Überlieferungen der Legende variieren in ihrer Länge, aber auch was die Zahl der Jünglinge angeht als auch ihre Namen oder die Dauer ihres Schlafes angeht.
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